Erste Hilfe für Hunde
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Erste Hilfe für Hunde

Erste Hilfe für Hunde

Schnittwunden / Risswunden

Erfordern eine Behandlung innerhalb der ersten Stunden

Symptome
Lahmheit, nicht belasten einer Pfote, Schmerzäusserungen, Blutungen an der Pfote, Schnitte in den Ballen.

Erste Hilfe

  • Druckverband anbringen zur Blutstillung.
  • Spätestens nach 1 - 2 Stunden den Verband entfernen und die Wunde kontrollieren.
  • Alle tiefen Schnittwunden müssen durch einen Tierarzt untersucht werden. 

Grosse oder klaffende Wunden müssen durch einen Tierarzt innerhalb der ersten 6 Stunden nach dem Unfall genäht werden! Wunde sauberhalten.

Knochenbrüche / Frakturen

Offene Brüche sollten innerhalb von max. einer Stunde versorgt werden, geschlossene Brüche innerhalb der ersten Stunden nach dem Unfall.

Symptome
Lahmheit, nicht belasten der Gliedmasse, verformte Gliedmasse, Schmerzen, Schwellungen.

Erste Hilfe
Ein Knochenbruch muss in jedem Fall sofort zu einem Tierarzt. Nicht versuchen den Bruch selber zu richten oder zu schienen. Die verletzte Gliedmasse darf durch den Hund nicht mehr belastet werden. Bei offenen Brüchen die Wunde mit einer keimfreien Auflage oder einem ganz lockeren Verband abdecken. Wenn der Verdacht einer Rückenverletzung besteht, empfiehlt es sich ev. den Hund auf einem Brett zu transportieren.
Den Hund während des Transportes gut sichern.

Magendrehung

WICHTIG, informieren Sie den Tierarzt sofort telefonisch, dann kann er alle nötigen Vorbereitungen für eine Operation bereits vorbereiten. Bei einer Magendrehung zählt jede Minute!

Allgemeines
Magendrehung treten häufig 1 - 2 Stunden nach dem Fressen auf. Unkontrollierte Bewegungen wie spielen und herumtollen begünstigen eine Magendrehung. Der Magen dreht sich dabei um seine eigene Achse und verschliesst damit den Zugang zur Speiseröhre und zum Magenausgang. Dadurch gast der Magen auf und drückt die Blutzufuhr zum Herzen und den anderen Organen ab.

Symptome
Unruhe, Erbrechversuche, Würgen, starke Bauchschmerzen, aufgeblähter Brust- & Bauchbereich, schwere Atmung, Speicheln, Hecheln.

Erste Hilfe
ABSOLUTER NOTFALL! Der Hund kann meist nur durch eine sofortige Notoperation gerettet werden.
Vorsicht beim Hochheben des Tieres, nicht zu viel Druck auf den Magen ausüben.

Verbrennungen

Symptome
Die Symptome unterscheiden sich je nach Ursache (Wärmequelle, Chemikalien, Stromquellen) der Verbrennung.

Erste Hilfe

  • Verbrannte Stelle sofort mind. 10 - 15 Minuten kühlen (unter fliessendem Wasser oder in kaltes Wasser eintauchen). Danach Kühlung mit Eisbeutel oder ähnliches (kein direkter Hautkontakt).
  • Bei offener Wunde, NICHT abdecken, da sich der Stoffe ev. mit der Wunde verbinden würde. Sofort den Tierarzt aufsuchen und ständig weiterkühlen.
  • Keine Salben auf die Wunden auftragen. Brandblasen nicht aufstechen (Infektionsgefahr).
  • Dem Hund Trinkwasser anbieten.

Augenverletzungen

Verletzungen des Auges stellen immer einen Notfall dar.

Erste Hilfe

  • Wenn möglich das Auge mit klarem, kalten Wasser auswaschen (nicht reiben!).
  • Steckt noch ein Fremdkörper im Auge,nicht entfernen, dies muss durch den Tierarzt geschehen.
  • Nasser Wattebausch oder nasse Mulbinde aufs Auge legen um es feucht zu halten.
  • Binde oder Wattebausch locker am Auge befestigen mit einem Verband oder Pflaster.

Verhindern, dass sich der Hund am Auge kratzt!

Insektenstiche

Symptome
Insektenstiche können Schwellungen verursachen, diese sind vor allem im Maul-, Rachen- und Halsbereich gefährlich, da Erstickungsgefahr besteht. Der Hund wird unruhig, jault, die Stelle ist druckempfindlich.

Erste Hilfe

  • Stachel entfernen
  • Kühlen der Schwellung
  • Verhindern, dass an der Stelle geleckt wird
  • Bei Stichen im Rachenraum von aussen kühlen und kaltes Wasser trinken lassen

ACHTUNG: auch bei Hunden gibt es Allergiker. In schlimmen Fällen kann eine Schleimhautschwellung zu Erstickungsanfällen oder einem allergischen Schock führen. Bei Mehrfachstichen oder Stichen im Maul-/Rachenraum immer sofort den Tierarzt aufsuchen.

Hitzekollaps / Hitzschlag

Hunde können nicht schwitzen und erleiden dadurch wesentlich schneller einen Hitzschlag als Menschen. Ein Hitzschlag ist eine Reaktion des Körpers auf eine Überhitzung. Die Vorstufe vom Hitzschlag ist der Hitzekollaps.

Symptome
Heraushängende Zunge, starkes Hecheln, Nervosität, Gleichgewichtsprobleme, erhöhte Körpertemperatur, rasender Puls, Atemnot, ev. nicht mehr ansprechbar, Bewusstlosigkeit.

Erste Hilfe

  • Den Hund unverzüglich an einen kühlen Ort bringen.
  • Trinkwasser anbieten.
  • Kühlen mit Wasser, dabei an den Beinen beginnen. Diese wenn möglich in kaltes Wasser stellen, Luft zufächern, mindestens 15 Minuten kühlen.

ACHTUNG: keine nassen Tücher zur Kühlung verweden, diese können die Temperatur nicht schnell genug senken, sondern stauen zusätzlich die Wärme. Mit fliessendem Wasser kühlen.

Bissverletzungen

Hund beisst Hund
Je nach Grössenunterschied der Kontrahenden können harmlose bis massive Verletzungen entstehen. Vor allem gefährlich sind Verletzungen von kleinen Hunden im Brustbereich, diese können durch eine eventuelle Einbusse der Lungenfunktion zum Ersticken führen. Bisswunden infizieren sich oft und brauchen dadurch tierärztliche Behandlung.

Fremdkörper im Maul

Symptome
Unruhe, der Hund versucht mit den Pfoten etwas aus dem Maul zu entfernen, ev. würgen, Atemnot, hecheln, speicheln.

Erste Hilfe

  • Maul öffnen und den Fremdkörper lokalisieren.
  • Falls der Fremdkörper nicht schnell und leicht zu entfernen, aber gut sichtbar ist, das Maul durch eine Zweitperson mit je einer Schlaufe am Ober- & Unterkiefer öffnen lassen.
  • Fremdkörper aus dem Maul entfernen.

Vergiftungen

Telefon 145
Beim Tox-Zentrum erhält man kostenlos rund um die Uhr ärztliche Auskunft bei Vergiftungsfällen und Vergiftungsverdacht.

Symptome
Sind verschieden, je nach Gift.
Durchfall, Erbrechen, Muskelkrämpfe, Bewusstseinsstörungen, gestörte Reflexe, Bewusstlosigkeit, Verätzungen.

Allgemeine Erste-Hilfe-Massnahmen

  • Atemwege freihalten.
  • Wenn möglich Giftreste, Verpackung, etc. mit zum Tierarzt nehmen.
  • Den Hund in Schocklage zum Tierarzt transportieren, d.h. auf die rechte Seite legen, mit gestrecktem Kopf und hochgelagertem Hinterteil.

Spezifische Erste-Hilfe-Massnahmen

Orale Giftaufnahme (Trinken / Fressen):
Keine Zeit verschwenden mit Versuchen den Hund zum Erbrechen zu bringen. Je nach Giftart (z. Bsp. ätzend) kann man dem Hund damit schaden.

Nasale Giftaufnahme (Einatmen)
Den Hund sofort in einen anderen Raum mit frischer Luft bringen.

Dermal (über die Haut)
Die betroffenen Stellen sofort mit klarem Wasser gründlich auswaschen.

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