Katzenträchtigkeit & Katzengeburt
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Katzenträchtigkeit & Katzengeburt

Es gibt wohl keine spannendere Zeit im Leben eines Katzenbesitzers als die Trächtigkeit der geliebten Samtpfote und die Geburt der Kitten. Die Trächtigkeit einer Katze dauert ca. 63 Tage oder anders ausgedrückt neun Wochen.

Trächtigkeit

Viele Menschen sind verunsichert, wenn die eigene Katze sich mit auf einmal anders verhält als sonst. Ist sie krank? Oder steckt doch etwas anderes dahinter? Eine Trächtigkeit vielleicht?

Ab der Geschlechtsreife, also ab einem Alter von ca. 6 - 9 Monaten, wird die Katze regelmässig rollig und eine Trächtigkeit somit möglich. 

Trächtigkeit bei der Katze erkennen

Wirklich sichtbare körperliche Anzeichen bemerkt man meist erst rund 21 Tage nach erfolgreicher Deckung, wenn die Zitzen beginnen sich zu verändern. Sie werden härter, rosiger und grösser. Erste Andeutungen eines Trächtigkeitsbauches erkennt man bei der Katze optisch frühestens nach rund 5 Wochen, wenn der Bauch beginnt sich an den Seiten zu vergrössern. Während der Trächtigkeit nimmt die Katzenmama rund ein Viertel ihres Normalgewichts zu.

Absolute Sicherheit darüber, ob die Katze Nachwuchs erwartet, bringt ein Besuch beim Tierarzt. Dieser kann bereits nach ca. 4 Wochen feststellen, ob die Samtpfote wirklich trächtig ist.

Der Verlauf der Katzenträchtigkeit

  • 6. Tag -  die befruchteten Eizellen wandern durch die Gebärmutter.
  • 12. Tag - die Blastozysten, wie die nur ca. stecknadelkopfgrossen Zellhäufchen medizinisch genannt werden, nisten sich in der Gebärmutterwand ein. Sie enthalten bereits die komplette DNA der Katzenbabys. Geschlecht und Aussehen stehen somit bereits fest.
  • 15. Tag -  Bildung der Plazenten. Sie verbinden die Embryos mit dem Blutkreislauf der Mutterkatze und gewährleisten eine Versorgung mit allen benötigten Nährstoffen.
  • 21. Tag -  Der Embryo misst nun rund 2,5 cm und ähnelt in seiner Form einem C. Auf dem Ultraschallbild ist der Kopf sowie der Schwanzansatz zu erkennen.
  • 28. Tag -  Gliedmassen sind per Ultraschall zu erkennen. Die Embryos sind ungefähr 3 - 4 cm gross.
  • 38. Tag -  Entwicklung der Sinnesorgane wie Nase, Ohren und Tasthaare. Auch das Nervensystem und die Muskeln werden nun ausgebildet. Die Grösse des ungeborenen Kittens beträgt ca. 5 cm.
  • 50. Tag -  Der Nachwuchs misst bereits mehr als 7 cm und verfügt schon über sein Fell.
  • 60. Tag - Die Geburt steht kurz bevor. Die ungeborenen Kätzchen messen nun stolze 13 cm und sind körperlich voll ausgebildet.

Vorbereitungen

Der Mensch ist meist nervöser als die Katze selbst, wenn es um deren Trächtigkeit und die bevorstehende Geburt geht. Trotz all der Aufregung sollte eines nicht vergessen werden: die geliebte Samtpfote ist Familienmitglied, aber dennoch ein Tier. Sie weiss sich selbst zu helfen und wird Trächtigkeit und Geburt gut meistern.

Selbstverständlich darf der Mensch dennoch unterstützen, sollte jedoch nur eingreifen, wenn es unbedingt notwendig ist. Zudem ziehen einige Katzen eine Geburt ohne Beisein ihres Menschen vor. Die Samtpfote wird es zeigen, wenn sie allein sein möchte.

Vorbereitung auf die Geburt

Die beste Zeit, um mit den Vorbereitungen für das grosse Ereignis zu beginnen, ist zwischen dem 50. und 58. Tag.

  • Entspannung - für Entspannung sorgen Streicheleinheiten und das vorsichtige, sanfte Kraulen des Bauchs. Letzteres kann auch die Wehentätigkeit anregen.
  • Wurfbox - Die Wurfbox ist der Platz, an welchem die Samtpfote ihre Katzenwelpen zur Welt bringen wird. Es gibt fertige Wurfboxen zu kaufen, jedoch werden sie meist gar nicht benötigt. Einerseits tut es auch ein gut ausgepolsterter Karton oder ein Katzenbett, andererseits wählt die Katze sowieso selbst, wo genau die Geburt stattfinden wird – eben genau dort, wo sie sich im Moment der Geburt am wohlsten fühlt.
  • Telefonnummer des Tierarztes - Sicher ist sicher. Deshalb ist es immer gut, für etwaige Notfälle die Telefonnummer des Tierarztes griffbereit zu haben.
  • Desinfektionsmittel - Der Mensch sollte, sofern er bei der Geburt dabei ist oder assistiert, seine Hände desinfizieren.
  • Kleine Handtücher - Zwar wird die liebevolle Katzenmutter ihre Kitten selbst trockenlecken, doch gerade wenn die Katze erschöpft ist oder die Zeit zwischen den einzelnen Katzenbabys nur kurz, können die Neugeborenen vorsichtig mit kleinen Handtüchern trockengerieben und somit ihre Lebensgeister geweckt werden.
  • Wärmequelle - Eine Rotlichtlampe, ein Heizkissen oder eine Wärmflasche eignen sich gut als Wärmespender für den Wurf. Diese können in den ersten Tagen ihre Körpertemperatur noch nicht selbständig regeln und sind daher auf die Körperwärme der Mutter oder andere Wärmequellen angewiesen. Natürlich dürfen die externen Wärmespender nicht zu heiss eingestellt sein.

Geburt

Was die eigentliche Geburt betrifft, so gibt es zwei Varianten:

  • Natürliche Geburt
  • Kaiserschnitt

Bei der natürlichen Geburt werden die Kitten durch Kontraktionen der Gebärmutter, Wehen genannt, auf die Welt gebracht.

Bei einem Kaiserschnitt wird die Katze in Narkose versetzt und die Katzenbabys per Bauchschnitt auf die Welt geholt. Dabei kann es sich entweder um einen geplanten Kaiserschnitt handeln oder um einen sogenannten Notkaiserschnitt. Dieser kommt bei Komplikationen während der Geburt zum Einsatz um die Gesundheit von Mutter und Kittens zu schützen.

Anzeichen für die bevorstehende Geburt

Für eine nah bevorstehende Geburt gibt es einige Anzeichen.

  • Birnenform - Der während der bisherigen Trächtigkeit seitlich zu sehende Bauch hat sich gesenkt und verleiht dem Katzenkörper nun eine stark birnenähnliche Form.
  • Milcheinschuss - Die Zitzen werden trichterförmig und nehmen an Volumen zu. Auch kann bereits der ein oder andere Tropfen Milch austreten.
  • Eingefallene Flanken - Um die Geburt zu vereinfachen erschlaffen die Bänder an den Flanken der Katze. Diese wirken dadurch wie eingefallen.
  • Scheide - Kurz vor der Geburt wird die Scheide der Samtpfote grösser wirken.
  • Schleimpfropf - Flüssiger Auslauf oder eine Art Schleimpfropfen tritt aus der Scheide aus. Achtung! Bei rotem, dunkelbraunem oder grünem Ausfluss unbedingt den Tierarzt kontaktieren!
  • Trinken - Vermehrter Durst, verringerter Hunger oder Erbrechen können ebenfalls auf die kurz bevorstehende Geburt hinweisen.
  • Unruhe - Unruhiges umherlaufen, häufiges Aufsuchen der Wurfstellen und vermehrter Toilettengang deuten auf eine baldige Geburt hin. Auch schnellere oder schwerere Atmung, vermehrtes miauen oder häufige Seitenlage.

Wichtig zu wissen: Nicht immer müssen alle Anzeichen eintreten. Oft fallen dem Menschen auch nur ein oder zwei dieser Hinweise auf.

Weiteres Wissenswertes zur Geburt

Die Katze zeigt deutlich, dass es soweit ist. Ihr Instinkt veranlasst die Samtpfote, immer genau das Richtige zu machen. Sie wird das eben geborene Katzenkind selbständig aus der Fruchthülle befreien, es abnabeln und trockenlecken. Dies dient nicht nur zur Säuberung des Nachwuchses, sondern auch um deren Kreislauf anzuregen. Die Hilfe des Menschen ist in den meisten Fällen nicht notwendig.

Wenn die Presswehen einsetzen ist dies deutlich am Verkrampfen des Bauches zu erkennen. Auch wenn bereits Presswehen vorhanden sind, kann es bis zu zwei Stunden dauern, bis das erste Baby das Licht der Welt erblickt.

Ist nach zwei Stunden das erste Baby noch nicht geboren, wäre es ratsam den Tierarzt zu befragen. Es besteht die Möglichkeit, dass das Kitten quer liegt oder feststeckt und die Katzenmama somit keine Möglichkeit hat, es alleine zur Welt zu bringen.

Es sollte genau darauf geachtet werden, dass mit jedem Kitten auch eine Plazenta geboren wird. Ist dies nicht der Fall, ist womöglich eine Plazenta im Körper der Mutter verblieben und kann zur Gefahr werden. Daher sollte beim Fehlen einer Plazenta der Tierarzt kontaktiert werden. Genaue Beobachtung ist hier Pflicht. Katzen fressen die Plazenta übrigens nach der Geburt – das ist ganz normal.

Ist die Geburt überstanden, liegt die Katzenmama ruhig und entspannt da und presst nicht mehr. Inzwischen hängen nun auch alle Kitten an den Zitzen und geniessen ihre erste Milch.

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